Einblick No. 12 // Freiwillige

Bild LandKunstLeben

Anna Maria // FSJ Kultur 2012/2013, LandKunstLeben in Brandenburg

Darf es noch etwas weiter sein? - Von Frankfurt am Main ins Brandenburgische für ein FSJ Kultur

Anna Maria, die aus der Umgebung von Frankfurt am Main kommt, hat gerade ihr FSJ Kultur in dem kleinen Verein LandKunstLeben in Brandenburg gemacht. Sie ist dorthin gezogen, in eine WG, zusammen mit einem weiteren Freiwilligen im FSJ Kultur (Max aus Kalifornien, der zwar Obstsorten kennt, aber Pastinaken?) und einem europäischen Freiwilligen (Miro aus der Slowakei, der schon studiert hat).

Die drei arbeiten teilweise im Garten des Vereins, der alte Obst- und Gemüsekulturen hervorbringt und der Mietbeete zur Verfügung stellt. Anna Maria erzählt zum Beispiel begeistert, wie sie einem FSJ-Freund dabei zugesehen hat, wie er „bis zu den Ellbogen im Beet hing und nach Kartoffeln grub und dabei total glücklich ausgesehen hat“. Es gibt für die drei allerdings auch Bürozeiten, in der sie künstlerische und kulinarische Kurse planen sowie Ausstellungen konzipieren, die den Garten mit Kunst und Kultur füllen und Anwohner einbinden.

Anna Maria hat die Stelle zufällig gefunden, sich nicht bewusst schon im Bewerbungsverfahren dafür entschieden, sondern ist über ausgeschriebene Restplätze aufmerksam geworden. Sie ist zum Vorstellungsgespräch gefahren und hat sich „sofort in den Garten und die Wohnung und die Menschen dort verliebt“. In der WG sind sie im Laufe der Zeit sehr gute Freunde geworden, im Verein ist sie immer noch verblüfft darüber, „mit wie wenigen Menschen man so viel schaffen kann“ und ihr eigenes Projekt lief ebenfalls erfolgreich.

„Ich habe gelernt, die Jahreszeiten viel intensiver wahrzunehmen. Den Herbst habe ich immer gehasst, aber der letzte Herbst, das war wirklich die schönste Zeit. Das klingt jetzt voll romantisch, aber es ist wahr.“

Nicht Kulturmanagement, wie sie einmal angedacht hatte, sondern an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde wird sie nun studieren. Eine neue Richtung, die ihr das FSJ Kultur gegeben hat. Apropos FSJ Kultur: „Die Leute fragen mich immer, ob das nicht eher ein FÖJ – also ein Freiwilliges Ökologisches Jahr – ist, aber ich finde das sehr kulturell. Schließlich ist der Erhalt von und die Arbeit mit alten Gemüsesorten auch Kultur und die künstlerische Arbeit kommt auch immer wieder direkt vor.“

Text: Annika Esser
Bild: Anna Maria
August 2013