Einblick No. 14 // Spezial

Die FSJ Kultur-Stipendiaten/-innen

Wenn Stephan Sonnenburg und Jens Maedler sich beide an den Beginn, die Idee erinnern, dann verlauten sie einstimmig, dass die Zeit einfach reif war. Zum  Oktober 2010 wurde das erste Vollstipendium für den Bachelorstudiengang Kunst- und Kulturmanagement an der privaten Karlshochschule vergeben.

Stephan Sonnenburg, Studiengangsleiter und Dekan der Fakultät Management und Performanz, unterstreicht, dass die Bundesvereinigung Kultureller Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ), bundeszentraler Träger des FSJ Kultur,  als potenzieller Partner „sofort auf der Hand lag“. „Da wir jungen Menschen auch über Stipendien ermöglichen wollten, an der Karls zu studieren, war die Partnerschaft mit dem FSJ Kultur einfach ein Muss. Aus meiner Perspektive passen die beiden Partner deshalb sehr gut zusammen, weil die praktische Tätigkeit im Rahmen eines FSJ Kultur im Studium Theoretisches verdichtet und erweitert werden kann.“

Das bestätigt Jens Maedler, Programmleiter „Freiwilligendienste Kultur und Bildung" der BKJ, „obwohl wegen der politischen Haltung der BKJ, dass Bildung ein gesellschaftliches Gut ist, das als Grundlage gelingenden Lebens gleichberechtigt zur Verfügung stehen muss, die Zusammenarbeit mit der privaten Karlshochschule ungewöhnlich ist.“ Aber für die Kooperation waren drei Punkte ausschlaggebend. Zum einen war ein grundständiger Bachelor im Bereich Kulturmanagement selten und deckte sich mit den Studieninteressen von Freiwilligen und zum anderen ermöglicht der Erlass der hohen Studiengebühren im Rahmen eines Voll- und - seit dem zweiten Jahrgang - eines Teilstipendiums allen Freiwilligen ihren Wunschstudiengang zu belegen. Zudem wählte erst die BKJ und jetzt die LKJ Baden Württemberg die Freiwilligen für die Stipendien mit aus. „So konnten wir, übrigens im Einklang mit der Hochschule, die Gewähr dafür tragen, dass nicht nur Leistungsstärke und kulturelle Gemeinsamkeiten entscheidend für die Vergabe waren“, betont Jens Maedler und fügt hinzu: „Für uns steht die Möglichkeit im Vordergrund, Freiwilligen einen individuellen Zugang zu Bildungsinhalten zu schaffen, der ihnen sonst versperrt bleiben würde.“

Stephan Sonnenburg zieht zu Beginn des Studiums der vierten Stipendiatin eine sehr gute Bilanz: „Die FSJ Kultur-Stipendiaten bringen sich sehr stark in das Hochschulleben ein. Sie zählen aus meiner Perspektive zu den wirklich intrinsisch motivierten.“ Und freut sich im nächsten Jahr auf die Neuen…

 Aber hier die aktuellen FSJ Kultur-Vollstipendiaten/-innen der Karlshochschule:

Daniel Hymon

6. Semester // Einsatzstelle Bündnis Ansbacher Schülerinnen und Schüler e.V. 2009/2010

Ich habe die Bibliothek der Karlshochschule als Ort, an dem ich mich sehe gewählt, da das Selbststudium extrem wichtig ist, aber auch weil die Atmosphäre sehr angenehm und es hier anders ist, als in herkömmlichen Bibliotheken...

Warum haben Sie sich für das Studium an der Karlshochschule interessiert?

Um ehrlich zu sein, bin ich erst durch meine Betreuerin der BAG Spielmobile, dem FSJ-Träger in Bayern, auf die Karlshochschule und das Stipendium für FSJ Kulturler gestoßen...Man kann also sagen, dass es mehr ein Zufall war, dass ich hier gelandet bin...

Was ist das Beste an der Hochschule?

Die beste Erfahrung in meinen Augen, ist die Nähe zu den Professoren und die familiäre Gemeinschaft...Wir sind recht klein mit knapp 600 Studenten...Und daher kommt es selten vor, dass man sich nicht kennt...Die Professoren kennen eigentlich jeden beim Namen, das dir das Gefühl gibt, mehr als nur irgendein Student zu sein...

Beeinflussen Ihre Erfahrungen, die Sie im FSJ Kultur gemacht haben, Ihr Studium?

Das FSJ hat mich insofern beeinflusst, dass ich sehr viel über mich selbst gelernt habe und gelernt habe mit bestimmten Situationen besser umzugehen...Des Weiteren hatte ich im Gegensatz zu meinen Kommilitonen schon ein gewisses Maß an Praxis und Erfahrung, das mir Vorteile in dem einen oder anderen Fach einbrachte... Ansonsten fiel es mir auch nicht schwer, mich schnell zu integrieren... Da wir auch im FSJ schon alle sehr unterschiedlich waren...

Katharina Zimmermann

5. Semester // Einsatzstelle Theater Hof 2010/2011

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Dieses Foto soll den sogenannten „Paradigmenwechsel“ darstellen, einen Wechsel in einer (wissenschaftlichen) Grundeinstellung. Ich habe mich dazu entschieden dieses Foto auszuwählen, da die Vorlesungen an der Karlshochschule der „Ort“ sind, an dem ich mich am liebsten aufhalte. Die Vorlesungen sind der Grund warum ich an dieser Hochschule studiere, sie sind das was mich fachlich aber auch persönlich reifen und weiterentwickeln lassen.

Warum haben Sie sich überhaupt für das Studium an der privaten Karlshochschule interessiert?

Ich träume seit ich 14 Jahre alt bin von einem eigenen Café. Nach meinem FSJ Kultur habe ich den Entschluss gefasst, meinen Traum als Kunst- und Kulturcafé zu konkretisieren und da ich mich entschlossen hatte zu studieren, kam nur noch ein Studiengang in Frage, der die Kunst und die Kultur mit der Betriebswirtschaft verbindet. Dieser Studiengang „Kunst und Kulturmanagement“ wird allerdings hauptsächlich an privaten Universitäten angeboten, sodass ich meine Chancen erst einmal  schwinden sah. Für ein Studium an der privaten Karlshochschule habe ich mich, um ehrlich zu sein, erst mit der Möglichkeit eines Vollstipendiums interessiert. Nachdem ich über das FSJ Kultur die Informationen erhalten hatte, habe ich mich näher mit der Karlshochschule beschäftigt. Überzeugt hat mich auf deren Website der sehr praxisorientierte Studienaufbau und inspiriert hat mich vor allem die Frage: „Siehst du dich hier? Intendant der Oper in Sydney?“ Da habe ich in Gedanken ganz unbewusst zu nicken begonnen und die Collage, die ich zwecks der Bewerbung zu gestaltet hatte, fertigte sich nahezu von alleine an. Natürlich weiß ich, dass es, um Intendant an einer großen Oper zu werden, mehr als einen Bachelorabschluss bedarf. Aber es gefiel und gefällt mir noch immer, dass die Hochschule konkrete Anreize für ein Studium setzt.

Beeinflussen Ihre Erfahrungen, die Sie im FSJ Kultur gemacht haben, Ihr Studium?

Durch meine Arbeit am Theater Hof und die parallel dazu stattfindenden FSJ Kultur-Seminare, hat sich meine Vorstellung von dem, was ich später beruflich machen möchte extrem geschärft. Beeinflusst hat das FSJ Kultur mein Studium also insofern, als dass ich am Ende dieses tollen Jahres weinend und mit einem Vollstipendium in der Tasche am Hauptbahnhof in Karlsruhe stand und meine Familie darüber informierte, dass ich nun endlich weiß was ich machen werde.

Luzia Teinert

3. Semester // Einsatzstelle Jugendkunstschule Heidelberg 2011/2012

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Der Play Space ist der größte Raum in der Karlshochschule, in dem Ankündigungen und Vorträge stattfinden. In diesem Semester finden hier einmal die Woche Vorlesungen statt, bei denen alle Studiengänge der 3. Semester in Gruppen Aufgaben bearbeiten. Ich habe diesen Raum für mein Foto ausgewählt, da wir schon einige Zeit im Play Space verbracht haben und dieser Ort für mich als Arbeitsraum steht, jedoch gleichzeitig die Arbeit mit der Gruppe ein Stück von dem zeigt, wie die Arbeit nach dem Studium aussehen könnte.

Warum haben Sie sich überhaupt für das Studium an der privaten Karlshochschule interessiert?

Ich habe mich für das Studium an der privaten Karlshochschule interessiert, da der Studiengang Kunst- und Kulturmanagement auf die Organisation von kulturellen Einrichtungen ausgerichtet ist und mir gleichzeitig die Möglichkeit gibt, international tätig zu sein und mehrere Sprachen zu erlernen. Mit dem Stipendium öffnete mir die Karlshochschule eine Tür, durch die ich ohne das Stipendium nicht hätte gehen können. Die beste Erfahrung ist die Selbstständigkeit und Kreativität, die in das Lösen von Aufgaben im Studium investiert werden können. Es gibt nicht mehr nur ein Richtig oder ein Falsch. Sobald Ideen innovativ und gut genug durchdacht sind, ist mehr möglich.

Beeinflussen Ihre Erfahrungen, die Sie im FSJ Kultur gemacht haben, Ihr Studium?

Ich denke, dass es mir durch die Erfahrungen in meinem FSJ Kultur einfacher fällt, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie die Theorie aus dem Studium in der Praxis aussieht. Es ist sehr hilfreich, zwischen der Schule und dem Studium ein FSJ Kultur gemacht zu haben, bei dem man sich über Dinge wie rechtzeitiges Verteilen von Flyern oder den richtigen Zeitpunkt einer Pressemeldung schon einmal selbst Gedanken gemacht hat. Des Weiteren beeinflusst das FSJ Kultur mein Studium durch die unterschiedlichen Workshops in den FSJ Kultur-Seminaren zum Thema „Teamwork und Kommunikation“. Es fällt mir dadurch leichter mit meinen Kommilitonen im Team zusammen zu arbeiten, besonders wenn es darum geht unterschiedliche Meinungen zu berücksichtigen, zu einem Kompromiss zu kommen und am Ende eine gute Lösung abzugeben.

Annika Hintersteiner

1. Semester // Einsatzstelle Freilichtmuseum Glentleiten 2012/2013

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Das Bild ist im „play space“ entstanden. Weshalb ich den Raum so schätze, ist ganz einfach. Ich mag seine Wandelbarkeit. Im einen Moment gab es eine interessante Rede und im anderen Moment trifft man sich zum gemütlichen Beisammensitzen bei den Sitzkissen und -hockern. Diese tolle Kombination aus Wissensvermittlung und angenehmer Atmosphäre ist einfach gut gelöst.

Was ist das Beste an der Hochschule?

Die Karlshochschule gibt einem das Gefühl einer großen Gemeinschaft anzugehören, in der ich sehr schnell aufgenommen worden bin. Dadurch, dass mein Studiengang aus dreizehn Studenten besteht, haben wir sehr zügig einen Draht zueinander gefunden, sodass wir nun als Team zusammenstehen.

Beeinflussen Ihre Erfahrungen, die Sie im FSJ Kultur gemacht haben, Ihr Studium?

Durch meine Tätigkeit im Freilichtmuseum an der Glentleiten konnte ich viele Erfahrungen im Museumsalltag sammeln. Diese helfen mir nun weiter, da ich eine der Wenigen in meinem Studiengang bin, die schon so nah mit dem Thema Kunst- und Kulturmanagement tatsächlich in Berührung gekommen ist. Denn während meines FSJ Kultur hatte ich die Möglichkeit in viele unterschiedliche Aufgabenbereiche Einblick zu gewinnen (z.B. Restaurierungswerkstatt, Museumspädagogik, PR). Diese Kenntnisse bringen mich jetzt im Studium weiter, da ich zu Vorlesungen oftmals Beispiele aus der realen Museumswelt beitragen kann. Somit kann ich mein Wissen auch weitergeben und es profitieren noch mehr Menschen davon, als nur ich.


Text: Alle Interviewten und jf.

Bilder: Daniel Hymon, Katharina Zimmermann, Luzia Teinert und Annika Hintersteiner