Einblick No. 19 // Träger

Oft haben sie sperrige Namen, hinter denen man viele Menschen mit ernsten Gesichtern in dunklen Büros vermutet. Stiftungen. Im Fall des FSJ Kultur sind es unter anderen die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Niedersächsische Sparkassenstiftung oder die Wüstenrot Stiftung.

Förderung im Vordergrund

Diejenigen Mitarbeiter/-innen, die sich in diesen Stiftungen auch mit dem FSJ Kultur befassen, sind der Referent bei der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Dr. Michael Grisko, Stefanie Thiem, Referentin für Kinder- und Jugendprojekte bei der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, und Dr. Kristina Hasenpflug, Ressortleiterin der Wüstenrot Stiftung. Alle drei bestätigen voller Inbrunst und unverhohlener Begeisterung, wie wichtig ihnen das FSJ Kultur ist.

Alle drei Stiftungen unterstützen durch ihre Förderung Einsatzstellen, indem sie sie teilweise oder komplett von den anfallenden Kosten, die durch die Durchführung eines FSJ Kultur anfallen, entlasten. Denn, wie auch Kristina Hasenpflug, hervorhebt: „Es ist ein bedeutendes Engagement von Seiten der Freiwilligen, aber auch der Einsatzstellen. Die Einsatzstellen, für die die Beschäftigung eines FSJlers oder einer FSJlerin einen gewissen Aufwand bedeutet, möchten wir finanziell unterstützen.“ Auch Susanne Hilf, Geschäftsführerin der LKB Hessen, betont dies: „Die Förderung ist eine besondere Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements in Form des FSJ Kultur. Sie ehrt auch das Engagement der Einsatzstellen.“

Überhaupt sind die Landesträger, in diesem Fall die LKJ Thüringen, die LKJ Niedersachsen und die LKJ Baden-Württemberg  von der Zusammenarbeit mit den Stiftungen begeistert. Juliane von Ilten (LKJ Niedersachsen) freut sich jedes Jahr über den kooperativen Ansatz der Förderung und das gemeinsame Entwickeln und Weiterentwickeln des Förderkonzepts. „Besonders schön ist auch, dass die pädagogische Haltung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen zu uns als Träger passt“, ergänzt Susanne Hilf.

Jede Stiftung hat aber auch ihr eigenes Profil und richtet ihren Fokus auf bestimmte Aspekte im FSJ Kultur.
Für Kristina Hasenpflug von der Wüstenrot Stiftung ist die Bedeutung fraglos: „Für uns steht im Vordergrund das FSJ Kultur als wichtige Einrichtung zu unterstützen, da wir es für sehr wichtig halten, junge Menschen in die kulturelle Landschaft der Bundesrepublik Deutschland einzubinden.“ Diese Aussage trifft auf alle Förderer des FSJ Kultur zu. Die Wüstenrot Stiftung hat aber noch einen anderen Fokus: Sie organisiert für die Freiwilligen zwei Fortbildungen im Jahr;  einen freien Bildungstag und eine mehrtägige Bildungsfahrt zu den Themen Architektur und Stadtplanung. „Viele Freiwillige haben in ihrer bisherigen Bildung noch nie etwas von Architektur und Stadtplanung gehört. Das ist ein Mangel, den wir allenthalben sehen. Das möchten wir wenigstens hier ändern“, fügt Kristina Hasenpflug hinzu.

„In der heutigen Zeit, in der Welt der Möglichkeiten, ist es unerlässlich auszuloten, welchen Weg man in Zukunft einschlagen möchte“, betont Stefanie Thiem von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Die Förderung in Niedersachsen legt ein besonderes Augenmerk auf die Berufsorientierung. Neben den Einsatzstellen fördert die Niedersächsische Sparkassenstiftung auch die Weiterentwicklung eines Handbuchs zur beruflichen Orientierung und sie führt, gemeinsam mit dem Landesträger, der LKJ Niedersachsen, Bildungstage und Workshops durch, um den Freiwilligen zu helfen, ihre berufliche Rolle in der Gesellschaft zu finden.

In Thüringen legt die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ihren Schwerpunkt neben der Einsatzstellenförderung auf besondere und innovative Projekte der Freiwilligen, die sie im Rahmen ihres Freiwilligendienstes in ihrer Einsatzstelle selbst konzipieren und umsetzen. In dem seit 2011/12 jährlich stattfindenden Projektwettbewerb „Tatort Kultur“ wählt eine Jury zehn Projekte aus den Bewerbungen aus, die mit einem Preis bedacht und gefördert werden. Neben einem Förderbetrag von 500 Euro, die für die Realisierung des Projektes eingesetzt werden müssen, erhalten die Gewinner/-innen auch eine breite Öffentlichkeit und fachliche Unterstützung für ihr Projekt, u.a. in einer eigenen Ausstellung der Projektergebnisse. Michael Grisko kommentiert das Engagement der Stiftung wie folgt: „Wir bieten eine professionelle Begegnung auf Augenhöhe an. Sowohl das FSJ Kultur als auch die Einsatzstellen und die jungen Erwachsenen sollen mit ihrem Projekt in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden." Außerdem soll der Projektgedanke, ein elementarer Baustein der Kulturarbeit, durch den Wettbewerb und die Ausstellung "Tatort Kultur" gefördert werden.

Die Gewinnerprojekte des letzten Jahrgangs können aktuell in einer Wanderausstellung bestaunt werden.
Die Gewinner/-innen von diesem Jahr stehen auch schon fest.

Liebe zum FSJ Kultur

So kommen die Stiftungsmitarbeiter/-innen, durch Bildungstage, Preisverleihungen und Eröffnungsveranstaltungen mit den Freiwilligen in Kontakt. Alle drei könnten sich ein FSJ Kultur sogar für sich selbst vorstellen.

Michael Grisko hätte ein FSJ Kultur am liebsten in einem kleineren Theater absolviert, weil es aus seiner Sicht die vielfältigsten Arbeitsmöglichkeiten bietet. „Die Idee eines FSJ Kultur wäre für mich eine gute und auch heute denkbare Alternative gewesen“, sagt er.

Im Theater würde auch Kristina Hasenpflug ihr FSJ Kultur machen, wenn sie nochmal unter 26 Jahre alt wäre. „Aus heutiger Perspektive würde ich einen Theaterbetrieb wählen“, sagt sie, „denn die Möglichkeit, in diesem Bereich zu arbeiten, hat sich für mich nach dem Studium nie ergeben. Das FSJ Kultur könnte mir neben den persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten die Chance bieten, einen Bereich der Kultur zu entdecken, den ich sonst nicht ‚von innen‘ kennenlernen könnte.“

Stefanie Thiem würde ein FSJ Kultur machen, „ weil es eine wunderbare Möglichkeit ist, herauszufinden, in welchem Berufsbereich man starten möchte. Meine Wunscheinsatzstelle wäre die Oper in Hannover; dort einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, mit den Künstlern zusammen zu arbeiten, kreativ und gleichzeitig konzeptionell tätig zu sein; dieses Aufgabenfeld in der Oper würde mich sehr reizen."


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Text: jf
Bilder: LKJ Thüringen