Einblick No. 22 // Freiwillige

Fast einen Monat ist es nun her und noch immer schmunzle ich, wenn ich an so viel wunderschöne und tolle Momente des letzten Seminars zurückdenke. Die Fahrt in die ehemalige Europäische Kulturhauptstadt Lille ist als Zwischenseminar Teil meines FSJ Kultur in Sachsen-Anhalt und wurde so erstmals umgesetzt, aber eine Fortsetzung seitens des Landesträgers .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. ist in Planung.

Lille – bitte mehr davon!

Auf den bisherigen Seminaren mit der Seminargruppe und auf freien Bildungstagen hatte ich schon viele Mit-Freiwillige kennengelernt und die Vorfreude war groß nun alle mal auf einem Haufen zu sehen und gemeinsam eine Woche (25. bis 31. Mai 2014) zu verbringen. Das Seminar stand unter dem Motto „Kulturhauptstadt – was war und ist“ und so begann unsere Entdeckungsreise.

Grand PlaceStadtführung

Niemand aus der Gruppe war schon einmal in Lille gewesen und so betraten wir das Neuland mit (erfahrungs)hungrigen Köpfen und gierigen Augen, die alle Eindrücke aufsaugen wollten. Es gäbe so vieles zu erzählen, einiges sei im Folgenden kurz wiedergegeben:

Bei einer Einführung mit Kathrin Müller, die in der Planung für 2004 beteiligt gewesen war, erfuhren wir noch viel mehr über das Konzept und Programm der Kulturhauptstadt und wie diese die ehemalige Industriestadt nachhaltig verändert hat. Studenten/-innen, die uns bei einem Stadtspaziergang einige Orte näher brachten, berichteten ebenfalls von einer neuen Dynamik in der Stadt, aber auch von Gentrifizierung und steigenden Mieten.

 

Ich hatte mich im Vorfeld bereits ausführlich mit der Stadt, Museen und kulturellen Angeboten beschäftigt, aber dann wirklich an den Orten zu sein, ist ein Unterschied. Das Flair der Stadt ist historisch, Bauten vieler Jahrhunderte schmiegen sich in engen und breiten Straßen aneinander und zwischendrin erheben sich anmutige Türme und laden Parks zum Entspannen ein.

So alt sie von außen sind, so kreativ-dynamisch sind Lilles Ausstellungen im Innern, moderne Kunst im LaM, eine individuelle Electro-Soundkulisse für die barocken Meisterwerke des Palais de Beaukreativ gestalteter Mülleimerx Art oder interaktive Inszenierungen bei „Micro Macro“, einer Ausstellung, die Realität und Digitalität hinterfragt und alle begeisterte. Die Maison folies („verrückte Häuser“), errichtet für das Kulturhauptstadtevent 2004 luden ein, Ausstellungen und Konzerte zu erleben. Ich besuchte eines davon am Mittwoch, Folkbands aus Belgien und Ungarn spielten groß auf und auch ich konnte mich der Stimmung nicht entziehen und tanzte bis zum letzten; es wurde eine kurze Nacht.

Nachdem wir nun so viel Input bekommen hatten und auch in unserer Freizeit weiter erkundeten, standen am Donnerstag Workshops an. Ich wählte kreativen Straßenprotest. Gemeinsam entwickelte meine Gruppe kleine Kulturaktionen, die wir am Folgetag in der Stadt aufführen wollten, auch andere Freiwillige hatten dazu gearbeitet und so zogen wir am letzten Tag aus, um Lille zu unserer Bühne zu machen und dieser Stadt etwas zurückzugeben.

Mit der ersten Aktion, war es für mich wie ein Sog, es machte einfach grenzenlosen Spaß, noch dazu bei sonnigem Wetter und reichlich Publikum, das sich über Singen für Müllentsorgung, kreativ gestaltete Mülleimer, Pantomime etc. freuen konnte. WDie Rasselbandeem das noch nicht reichte, der bekam noch „Funky Chicken“ (unser liebster WarmUp) obendrauf. Es war eine unbeschreibliche kreative Energie, die sich Bahn brach und ich bekomme immer noch Gänsehaut.

Nach einem gebührenden letzten Abend, packte ich (leider) meinen Koffer und stieg in den Bus ostwärts, nicht ohne mir im inneren zu sagen, dass ich wiederkommen und die Zeit und die tollen Leute niemals vergessen werde.

In diesem Sinne hoffe ich für nachfolgende Jahrgänge auf mehr davon, wenn es heißen wird auf zur Kulturhauptstadtfahrt 20XX“.

 

Text: Hannes R.
Bild: privat, LKJ Sachsen-Anhalt e.V.

 

Noch mehr von Lille auf der Seite der LKJ Sachsen-Anhalt:
http://fsjkultur-lsa.de/?cat=54

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