Einblick No. 46 // Freiwillige, Einsatzstelle, Träger

Alternativen machen noch mehr Spaß

Die ersten Schritte machen die jungen Menschen immer alleine. Denn erst müssen sie von Freiwilligendiensten erfahren. Dann stellen sie vielleicht fest, dass das Angebot für sie interessant und wertvoll ist und dann müssen sie sich bewerben. Das sind jede Menge Hürden.

Raphael ist einer, der alle genommen hat. Er hatte seine Schule beendet, war danach mehrere Monate alleine auf dem Jakobsweg unterwegs und suchte dann nach Möglichkeiten für „sich in einer Zukunft“, wie er es nennt. Seine Eltern wollten „was Konkretes“ für ihn. Hamburg und Berlin als Orte zum Leben lockten ihn und die Möglichkeit durch einen Freiwilligendienst seine Fachhochschulreife zu vervollständigen, machten die Sache klar.

Wie genau er dann vom FSJ Kultur erfuhr, ist im Nebel der Ereignisse nicht mehr genau nachzuvollziehen, „bestimmt über das Internet“. Bevor er sich bewarb, griff Raphael allerdings zum Telefonhörer und rief bei der LKJ Berlin, dem Landesträger für das FSJ Kultur in Berlin, an. In dem Gespräch erzählt Raphael von seinem Interesse und fragte, ob eine Teilnahme am FSJ Kultur für ihn möglich sei, auch wenn er im Alltag einen Rollstuhl benutze. Daraufhin wurde er gleich zum Fachtag am 09. Februar 2015 in Berlin eingeladen: FSJ Kultur – offen für alle?! Mit dem Bus ist Raphael vom Schwarzwald nach Berlin gekommen. Beim Fachtag lernt Raphael seine jetzige Kollegin kennen, die für die Einsatzstelle Jugendzentrum Geschwister-Scholl-Haus (GSH) teilgenommen hatte.

Wie ging es weiter? 3 Perspektiven.

Raphael

Der Freiwillige

„Ich finde, es ist schwierig“, sagt er. „Ich muss mich selber beschreiben. Die Einsatzstelle soll ja ein Bild von dir bekommen. Wenn man aber alles aufschreibt und da steht Rollstuhl, dann sagen alle gleich: Rollstuhl geht nicht. Ein realistisches Bild gibt es nur, wenn ein persönlicher Kontakt da ist.“

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Tamara Müller

Die Einsatzstelle

Für Tamara sind Freiwillige Menschen, die ihr was geben: „Denn er unterstützt uns. Und er gibt uns die Möglichkeit, dass er sich entwickeln kann. In dem Rahmen, den wir ihm geben. Ich stell doch keine Arbeitskraft ein, sondern einen jungen Menschen, der sich orientiert.“

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Ulrike Sári

Der Träger

Die Freiwilligen lernen mehr voneinander, wenn sie verschiedener sind. Sie ist überzeugt, dass Vielfalt das Bewusstsein verändert und Dinge anders wahrgenommen und anders eingeordnet werden.

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Text: jf
Bilder: BKJ

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