Einblick No. 6 // Träger

"Für müde sind die ganz schön abgegangen" - Eine Co-Teamerin berichtet

Krissi // Co-Teamerin im FSJ Kultur
LKJ Berlin

Wenn die Seminarwoche im FSJ Kultur zu Ende geht, folgt das Highlight – die Abschlusspräsentation. Bis dahin haben sich die Freiwilligen kennengelernt, gemeinsam reflektiert und in verschiedenen Werkstätten gearbeitet. Jetzt hat jede Werkstattgruppe die Möglichkeit, den anderen zu zeigen, was in nur drei Tagen entstehen konnte.

Krissi war Co-Teamerin bei der LKJ Berlin, dem Landesträger für Berlin und Brandenburg. Co-Teamerin, das heißt in anderen Bundesländern auch Fee, Ritter oder Seminarassistenz. Sie helfen den Koordinatoren/-innen und sorgen zusätzlich für ein schönes Drumherum. Krissi studiert Theaterwissenschaft und hatte 2011 ihren Job bei der LKJ an den Nagel hängen müssen, weil ein Auslandsaufenthalt anstand. Nun durfte sie für eine Woche noch einmal mit auf ein Seminar fahren und Erinnerungen aufleben lassen: An ihr eigenes FSJ Kultur vor sieben Jahren und an die drei Jahre als Co-Teamerin. Neben ihr sorgen noch zwei weitere ehemalige Freiwillige für das Wohl der Gruppe.

So arbeiteten auch sie fleißig daran, die Abschlusspräsentation zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. Sie bereiteten die Räumlichkeiten vor, stellten die nötige Technik bereit und bastelten: eine Einladung zur Abschlusspräsentation und Geschenke für die Werkstattleiter/-innen und Koordinatoren/-innen. So gut ausgestattet macht am Donnerstagnacht die Poetry Slam-Gruppe –als die erste von sechs Gruppen – den Anfang mit einem echten Slam auf einer kleinen Bühne, inklusive Beleuchtung und Mikrofonen. Neun Freiwillige treten in Gruppen gegeneinander an. Die Reaktionen der Freiwilligen im Publikum entscheiden über die Sieger. Aber Applaus bekommt natürlich jeder! Danach folgt die legendäre Abschlussparty, bei der „wie immer die Fotoleute fehlen“, weiß Krissi. „Die mussten bis in die Puppen im Labor entwickeln“, um am nächsten Morgen für ihre Ausstellung genügend Fotos zu haben.

Freitagmorgen, 10:30 Uhr, beginnt der zweite Teil der Präsentation mit einer Anmoderation der Co-Teamenden. Sie leiten die Freiwilligen von Ort zu Ort, von Werkstatt zu Werkstatt. Da gibt es zuerst die Improtheater-Gruppe, die mithilfe von Stichworten aus dem Publikum „gegeneinander battlen“ muss. Danach gehen die mehr als 60 Freiwilligen zu der gerade noch rechtzeitig fertiggestellten Ausstellung der Schwarz-Weiß-Fotografen. Im Anschluss präsentiert die Trickfilm-Werkstatt ihre Ergebnisse. Zu sehen sind kleine Filme aus „Pixelkunst, Zeichentrick, animierten Fotos und ganz besonders süß: Die haben zwei Overheadprojektoren mit Augen versehen und als lustige Tierchen durchs Haus laufen lassen“. Die Teilnehmer/-innen der Werkstatt zum Thema Betzavta, die Methoden demokratischer Entscheidungsfindung gelernt haben, erklären mehr, als dass sie präsentieren – verständlich, findet Krissi, „die Werkstatt ist ja eher prozessorientiert“. Zum Abschluss beeindruckt die Gesangsgruppe mit acapella-Versionen von Oh Fortuna und We will rock you. Auch wenn die Freiwilligen alle von der langen Nacht geschafft sind, „gehen sie ganz schön ab“ indem sie die Ergebnisse ihrer Kollegen und Freunde genauso feiern, wie ihre eigenen.

Krissi ist wie jedesmal erstaunt und begeistert, dass in „so kurzer Zeit so kreative, einfallsreiche Sachen entstehen“. Sie ist froh, noch einmal die Gelegenheit bekommen zu haben, ihren Teil dazu beizutragen. Vor allem aber hat sie die Zeit mit „diesen kreativen Menschen sehr genossen“.

von Annika Esser
Februar 2013

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